ChatGPT, Gemini, Claude:
Was sagt der EU AI Act?
Große Sprachmodelle wie ChatGPT oder Gemini sind keine gewöhnlichen KI-Systeme – sie können für Tausende verschiedener Aufgaben eingesetzt werden. Der EU AI Act hat dafür ein eigenes Kapitel geschaffen: die GPAI-Regelungen (Art. 51–56).
Drei Fragen, die Unternehmen beschäftigen
Ihr Team nutzt ChatGPT für E-Mails, Zusammenfassungen und Code. Sind Sie als Unternehmen betroffen?
Sie entwickeln eine eigene Anwendung auf Basis eines GPAI-Modells (z.B. über die OpenAI API).
Ihr Unternehmen entwickelt und veröffentlicht ein eigenes großes Sprachmodell.
GPAI im EU AI Act: Das Wichtigste
„KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck bezeichnet ein KI-Modell, einschließlich eines KI-Modells, das mit einer großen Datenmenge unter Verwendung von Selbstüberwachung in großem Maßstab trainiert wird, das eine erhebliche Allgemeinheit aufweist und in der Lage ist, eine breite Palette unterschiedlicher Aufgaben kompetent auszuführen."
Kurz: Jedes Modell, das für viele verschiedene Aufgaben eingesetzt werden kann – unabhängig von Größe oder Modalität.
„GPAI-Modelle, die mit einer Gesamtrechenleistung von mehr als 1025 FLOPs trainiert wurden, gelten als GPAI-Modelle mit systemischem Risiko."
10²⁵ FLOPs = die Schwelle für „systemisches Risiko". Aktuelle Modelle wie GPT-4 liegen nahe oder über dieser Schwelle. Für diese Modelle gelten zusätzliche Pflichten.
GPAI-Modell vs. GPAI-Modell mit systemischem Risiko
Alle großen Sprachmodelle, die für viele Aufgaben genutzt werden können.
- Technische Dokumentation (Art. 53 lit. a)
- Urheberrechts-Compliance (Art. 53 lit. c)
- Zusammenfassung der Trainingsdaten (Art. 53 lit. d)
- Informationen für nachgelagerte Anbieter
Modelle über 10²⁵ FLOPs Trainingsrechenleistung – die leistungsstärksten Modelle.
- Alle Standard-Pflichten PLUS:
- Modell-Evaluierungen (Art. 55 lit. a)
- Adversarial Testing (Red-Teaming)
- Meldung schwerwiegender Vorfälle (Art. 55 lit. c)
- Cybersicherheitsmaßnahmen (Art. 55 lit. d)
- Energieeffizienz-Reporting